Tiergestütztes Lernen in der Christophorusschule in Hoppenrade

Mai 1, 2026

In unserer Förderschule in Hoppenrade begegnen Kinder mit unterschiedlichen kognitiven, emotionalen oder sozialen Bedürfnissen täglich neuen Herausforderungen. Gerade für neudiverse Kinder – etwa mit Autismus oder Aufmerksamkeitsstörungen – kann der klassische Unterricht oft Überforderung bedeuten. Der Einsatz von Tieren wie Pferden, Eseln und Lamas eröffnet hier neue Wege des Lernens und sozialen Miteinanders.

Malinka, Percy, Callie, Catrientje, Kleiner Donner, Hera, Balu und Bruno (bis vor Kurzem), leben auf dem Schulgelände unserer Förderschule in Hoppenrade. Sie begegnen den Kindern ohne Vorurteile. Sie bewerten nicht, fordern keine Leistung und reagieren stets ehrlich auf Verhalten und Stimmung. Diese unmittelbare, wertfreie Rückmeldung stärkt bei Kindern das Selbstvertrauen und die Fähigkeit zur Selbstregulation. Studien und viele Praxiserfahrungen belegen, dass tiergestützte Pädagogik Konzentration, Empathie und soziale Kompetenzen fördern kann.

Esel und Lamas eignen sich dabei besonders gut:

  • Esel fordern Geduld und Einfühlungsvermögen – wer Druck ausübt, erreicht nichts. Kinder lernen dadurch, ruhig und achtsam zu handeln. (Studie)
  • Lamas spiegeln Emotionen und reagieren sensibel auf Körpersprache. Diese feine Rückmeldung hilft Kindern, sich ihrer Wirkung auf andere bewusster zu werden und Vertrauen aufzubauen.

Die gemeinsame Pflege, das Führen oder einfache Beobachten schafft Lernräume jenseits von Notendruck. Kinder erleben, dass ihre Handlungen zählen – wenn sie ruhig führen, folgt das Tier; wenn sie fürsorglich pflegen, entsteht Bindung. So werden Verantwortung, Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit erfahrbar – Schlüsselfaktoren für jedes Lernen.

Tiergestützte Pädagogik verbindet damit Beziehung, Bewegung und Naturerfahrung, wichtige Elemente, die gerade für neudiverse Kinder nachhaltiges Lernen ermöglichen. Die Pädagogen für die Tiere sind Sabrina, Anja und Udo, die den Kindern und Lehrkräften tiertherapeutisch zur Seite stehen. Ein Unterricht mit Lamas und Eseln ist also kein „Ausflug in die Natur“, sondern ein hochwirksamer Beitrag zu emotionaler und sozialer Entwicklung. Und wenn es von der Natur wieder in den Klassenraum geht, malen die Kinder das Beisammensein mit den Tieren und können so nochmals ihre positiven Emotionen erleben.

Auch bei Tieren gibt es Stimmungsschwankungen in der Herde. Beim Verfassen dieses Beitrages haben wir erfahren, dass Bruno, der Esel den Hof gewechselt hat, da er ein Pony regelmäßig gebissen hat. Er hat sich glücklich integriert in eine neue Herde und die Schüler:innen von Hoppenrade warten schon gespannt darauf, bald einen neuen Esel in die Arme schließen zu können.

 

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